14.

 

 

 

13.

Uneingeschränkt Ja! sagen zu dem, was ist:

In einem Dorf, in dem der große Zen-Meister Hakuin lebte, wurde ein Mädchen schwanger. Ihr Vater wollte sie zwingen, ihm den Namen ihres Liebhabers zu nennen, und so sagte sie schließlich, nur um einer Bestrafung zu entgehen, dass es Hakuin war. Da schwieg der Vater, aber als die Zeit der Geburt gekommen war, brachte er das Baby sofort zu Hakuin und warf es ihm hin. “Es scheint, dass dies dein Kind ist”, sprach er und empörte sich lang und breit über diese Schande.

Der Zen-Meister sagte nur: “Ach, tatsächlich?” und nahm das Baby in seine Arme. Wohin er nun ging, nahm er das Baby mit, eingewickelt in den Ärmel seines zerlumpten Gewandes. An regnerischen Tagen und in stürmischen Nächten ging er in die Nachbarhäuser und bettelte um Milch. Er lernte ihm Brei zu kochen und es zu wickeln und Mann und Kind verstanden sich prächtig und hatten miteinander eine gute Zeit.

Aber viele seiner Schüler, die ihn als gefallen betrachteten, wandten sich gegen ihn und zogen davon. Und Hakuin sagte kein einziges Wort. Unterdessen entdeckte die Mutter, dass sie den Schmerz, von ihrem Kind getrennt zu sein, nicht länger ertragen konnte. Sie bekannte den Namen des wirklichen Vaters, und ihr eigener Vater eilte zu Hakuin, warf sich vor diesem nieder und bat ihn immer wieder um Vergebung. Hakuin sagte nur: “Ach, tatsächlich?” und gab ihm das Kind zurück.

Die Unfreiheit, die durch Wünsche und Vorstellungen entsteht, verschwindet und macht Platz für die unmittelbare Freude des DA - SEINS. Das glückliche Kind in den Armen der Mutter, der Moment des Geborgens seins im Leben, ausgedeht auf ALLES.

 


 

12.

SCHWEIGEN

schweigen der phantasie

die gefühlsregungen, die traurigkeiten kommen zum schweigen; die eitle geschäftigkeit der gedanken kommt zum schweigen.

schweigen des gedächtnisses

das vergangene, die vergeblichen klagen, die bitterkeiten kommen zum schweigen. sich nur an das geschenkte glück erinnern.

schweigen des herzens

 die wünsche kommen zum schweigen, die antipathien kommen zum schweigen, die liebe kommt zum schweigen in allem, was an ihr übertrieben ist.

 schweigen der eigenliebe

der blick auf die eigene sünde, auf die eigene unfähigkeit kommt zum schweigen. das selbstlob kommt zum schweigen. das ganze menschliche ich kommt zum schweigen.

schweigen des geistes

die unnützen gedanken zum schweigen bringen. die spitzfindigen überlegungen, die den willen schwächen und die liebe eintrocknen lassen, zum schweigen bringen. alles eigene suchen und streben zum schweigen bringen. 

schweigen des richtgeistes

schweigen im blick auf andere menschen: nicht richten.

schweigen des willens

die ängste des herzens, die schmerzen der seele zum schweigen bringen. die verlassenheitsgefühle zum schweigen bringen.

schweigen mit sich selbst

nicht auf sich selbst hören, sich nicht beklagen und nicht trösten, mit sich selbst schweigen, sich vergessen, sich von sich selbst lösen.

 

 

11.

Gedanken sind keine Tatsachen, aber sie können Tatsachen schaffen. Versuche es in dieser Woche einmal damit: Schicke jedem Menschen, dem du begegnest diesen Gedanken:

Mögest du glücklich sein. In der U-Bahn, beim Bäcker, den Kollegen - allen. Und wenn du während der Arbeit aus dem Fenster schaust, oder auf dem Weg in die Kantine bist dann denke:

Möge auch ich glücklich sein. Praktiziere es eine Woche lang mehrmals täglich, übe dich darin an das Glücklich Sein zu denken. Laß dich überraschen, was sich verändert!

 

 

10.

Die Frage ist: nicht kannst du es, sondern :

Wirst du es tun?

Die einzige Vorraussetzung dafür ist die "Lust am Scheitern". Denn der Anspruch perfekt sein zu müssen, verhindert das spielerische Testen von Fähigkeiten und Möglichkeiten. Nicht nach dem Ergebnis schielen, sondern nach dem Erlebnis! Viel Spaß!

 

 

 

9.

Wovor fürchtest Du Dich mehr: Langeweile oder Einsamkeit?

In Wirklichkeit gibt es weder das Eine noch das Andere. Es gibt nur das JETZT. Diesen Moment. Wenn Du bei Dir bist, bist Du nicht allein. Wenn Du achtsam im Jetzt bist, ist die Welt voller Wunder.




 

 

8.

"Zuerst glaubst Du du in ein Fenster zu  blicken und dann erkennst du plötzlich, dass du in einen Spiegel schaust"

Fritz Pearls hat das schon 1969 erkannt, und wir spielen damit: Welche Rolle zieht uns an? Welche stößt ab? Welche Leichtigkeit verurteilen wir, weil sie uns selbst vielleicht fehlt?Der Andere ist immer unser Spiegel zur Welt.

 

 

7.

Kinder verhalten sich immer zur Wirklichkeit. Sie orientieren sich nicht an unserem Selbstbild oder unseren Idealen, sondern an dem wie wir sind.

Es ist also sinnlos so zu tun, als ob wir sicher wären oder bestimmt, wenn wir es nicht sind. Kinder spüren diese Täuschung sofort. Deshalb sollte ein Nein ein echtes Nein sein, und ein Ja ein echtes Ja aus vollem Herzen. Erst wenn wir Ja zu uns selbst gesagen, haben wir die Verantwortung für unser Leben übernommen. Das sind die Eltern, die Kinder brauchen.

 

 

6.

Wünsche sind verborgene Erinnerungen

 

 

5.

Radikale Akzeptanz

Warum nicht einmal eine ganze Woche lang JA! sagen? Akzeptieren, das der Andere andere Meinungen hat. Akzeptieren, dass er sich nicht ändern will, weil ich es will. Das Scheitern akzeptieren. Die Verstrickung akzeptieren. Den Mangel akzeptieren. Die Freude am Sinnlosen akzeptieren. Probiers aus!

 

 

4.

Nützliche Fragen

?

Warum?

Wie oft fragen wir in einer schwierigen Situation: warum hast du das gemacht? Oder nicht gemacht? Kommunikation verläuft aber wesentlich lösungsorientierter wenn wir fragen: Wie hast du das gemacht? Oder was fühlst du, wenn du ständig...? Was macht es mit dir? Die richtigen Fragen sind häufig schon der halbe Weg zur Lösung.

 

 

3.

Das Antreiberkonzept

Sei Perfekt!

Sei Gefällig!

Streng dich an!

Beeil dich!

Sei Stark!

Oft können andere schon nach kurzer Zeit an unserem Verhalten erkennen, welcher Antreiber besonders stark als Wesensmerkmal ausgepägt ist. Alle Antreiber bergen ein großes Potenzial an Kompetenz. Aber wie so oft liegt der Teufel im richtigen Maß. Im momentanen Zeitgeschen scheinen zwei Antreiber besonders weit verbreitet zu sein: Sei Perfekt! und Beeil dich! Wann lenken Dich Deine Antreiber? Und nächste Woche: wie heißen die Erlauber? Hör, und spürbar gemacht werden die Antreiber auch auf meiner CD"Nachtmal".

 

 

 

2. In einem alten Buche stieß ich auf ein Wort,
Das traf mich wie ein Schlag und brennt durch meine Tage fort:
Und wenn ich mich an trübe Lust vergebe,
Schein, Lug und Spiel zu mir anstatt des Wesens hebe,
Wenn ich gefällig mich mit raschem Sinn belüge,
Als wäre Dunkles klar, als wenn nicht Leben tausend wild verschloßne Tore trüge,
Und Worte wiederspreche, deren Weite nie ich ausgefühlt,
Und Dinge fasse, deren Sein mich niemals aufgewühlt,
Wenn mich willkommner Traum mit Sammethänden streicht,
Und Tag und Wirklichkeit von mir entweicht,
Der Welt entfremdet, fremd dem tiefsten Ich,
Dann steht das Wort mir auf: Mensch, werde wesentlich!

(Ernst Stadler)

 

1.Vielleicht ist Gott ein Blinder, der von uns Menschen träumt